An diesem frischen, jedoch strahlenden Herbstmorgen trifft sich eine kleine Gruppe Vogelinteressierter zu einem Morgenspaziergang durch den Ostfriedhof. Die Exkursion wird von Moritz geleitet, assistiert von Vreni. Der Ostfriedhof ist einer der grössten Pärke der Stadt und bietet mit seinen alten Bäumen und vielfältigen Strukturen Lebensraum für eine beachtliche Anzahl verschiedener Vogelarten.
Schon kurz nach dem Start werden wir durch aufgeregtes Gezeter auf Vögel in einem Busch aufmerksam. Bei der Betrachtung durch die Spektive zeigen sich drei Zaunkönige, die sich möglicherweise um einen guten Futterplatz streiten.
Auf den wunderschönen alten Bäumen können Buchfinken beobachtet werden. Der Buchfink galt bis vor Kurzem als der häufigste Vogel der Schweiz, wurde jedoch dieses Jahr von der Mönchsgrasmücke überholt.



Der kräftige Ruf des Kleibers begleitet uns immer wieder auf unserem Spaziergang. Schliesslich können wir ihn hoch oben auf einem Baumwipfel entdecken und sein elegantes Federkleid mit dem markanten schwarzen Augenstreifen ausgiebig bewundern.
In einer herbstlich gelb gefärbten Birke fliegen kleine gelbliche Vögel zwischen den Blättern hin und her. Unter den Exkursionsteilnehmenden wird eifrig gerätselt, ob es sich um Erlenzeisige oder Girlitze handelt, möglicherweise sind sogar beide Arten vertreten. Leider lassen sich die Vögel nur kurz beobachten, sodass eine eindeutige Bestimmung nicht möglich ist.
Am Rande des Parks ist plötzlich das seltsam dumpf klingende Hämmern eines Spechtes zu hören. Durch die Fernrohre entdecken wir einen Buntspecht, der sich an einer Hausfassade ausserhalb des Ostfriedhofs eine Höhle zimmert. Das herausgehämmerte Styropor fliegt in alle Richtungen, und auch die Flügeldecken des Buntspechts sind mit zusätzlichen weissen Styroporflocken gepunktet, ein ungewöhnlicher und amüsanter Anblick.




Verschiedene Meisenarten wie Blau- und Kohlmeisen können beobachtet und gehört werden, die Tannenmeisen hingegen lassen sich leider nur hören. Der Ruf dieser kleinsten Meisenart klingt etwas weicher und zusammenhängender als jener der deutlich grösseren Kohlmeise.
Immer wieder ziehen grössere Vogelschwärme über uns hinweg. Dank der Fotoaufnahmen von Franz können sie als Ringeltauben bestimmt werden, die sich auf dem Zug befinden. Ebenfalls mithilfe der Fotos lassen sich Misteldrosseln mit ihren auffälligen weissen Unterflügeldecken identifizieren.
Im schönsten Sonnenlicht können wir auf den hohen Tannenwipfeln das prächtig schillernde, weiss gepunktete Federkleid der Stare bewundern.








Im kleinen Teich schwimmt ein Stockentenerpel, der sich noch im Übergang vom Schlicht- zum Prachtkleid befindet. Sein Federkleid gleicht noch stark demjenigen eines Stockentenweibchens, doch am Kopf zeigt sich bereits der erste grünliche Schimmer des kommenden Prachtkleids.
Eine besondere Überraschung erwartet uns schliesslich mit einem Mäusebussard, den wir auf einem Ast entdecken. Er lässt sich ausgiebig beobachten und scheint sich von unserer Gruppe überhaupt nicht stören zu lassen.
Text & Fotos: Franz Blöchlinger