Ein etwas anderer Einsatz

Manuel und Saskia Rüegg vom Gübsenseehof haben auf Wunsch der Gübsengesellschaft, der Stadt St. Gallen und von BirdLife St. Gallen-Bodensee eingewilligt, auf ihrem Land eine neue, zweireihige und 100 m lange Hecke zu pflanzen. Diese Arbeit soll im November 2022 erfolgen. Unser Vorstand wird rechtzeitig einen Aufruf zur Mithilfe bei der Pflanzung erlassen. Bei einer Begehung im Mai mit Manuel Rüegg kamen wir auf das offenbar grosse Problem der Blacken zu sprechen.

Blacken sind eines der gefürchtetsten Unkräuter für viele Bauern. Sie verdrängen das Gras und werden vom Vieh gemieden. Ein Chemieeinsatz ist oftmals die einzige Lösung. Biobetriebe müssen diese lästigen Unkräuter in mühsamer und oft jahrelanger Handarbeit bekämpfen. Das hat auch das junge Ehepaar Manuel und Saskia Rüegg erfahren. Sie haben den Betrieb kürzlich von den Eltern Pius und Martina Rüegg übernommen und stellen die Produktion auf Bio um. Der elterliche Betrieb ist zwar praktisch blackenfrei, das von der Stadt neu zur Verfügung gestellte Pachtland jedoch ziemlich blackenverseucht weil es der Vorgänger offenbar nicht mehr so ernst genommen hat mit der Bekämpfung. Die junge Familie verbringt nun Stunde um Stunde, teilweise mit dem Baby auf dem Rücken, um den Blacken Herr zu werden.

Unser Vorstand dachte, warum der jungen Familie nicht etwas unter die Arme greifen, wenn diese schon bereit ist, etwas zur Verbesserung der Biodiversität zu tun? So erliessen wir einen Aufruf an unsere Mitglieder und siehe da, es erschienen an einem schönen Sommerabend 14 (!) Mitglieder und legten Hand an. Schnell merkten wir, wie streng und mühsam diese Arbeit ist. Selbst kleine, unscheinbare Pflänzchen wiesen ein riesiges Wurzelwerk auf, welches möglichst vollständig entfernt werden musste. Aber in der Gruppe machte es wirklich Spass und nach 2 Stunden hatten wir einen recht grossen Haufen an Blacken zusammen.

Die Bauernfamilie hatte unsere Aktion perfekt vorbereitet und nach getaner Arbeit wurden wir auf dem Hof mit Getränken, Wienerli, Käse und Kuchen verwöhnt.

Auf so einer Basis ist es toll, mit Bauern zusammen zu arbeiten und wer weiss, vielleicht gibt es ja eine Wiederholung der Geschichte?

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